Canapé - St. Arnual

Wo sich nichts ändert, und trotzdem
alles immer wieder anders ist


Vor rund einem viertel Jahrhundert hängte Klaus Regitz die nostalgischen Schwarz-Weiß-Bilder früher Hollywood-Größen im Gastraum seines Restaurants Canapé  auf. Und heute noch lächeln Doris Day und Kirk Douglas, Audrey Hepburn und Humphrey Bogart epburn und Humphrey BogardH den Gästen im typischen Rot-Schwarz-Ambiente eines französischen Bistros zu.

Auch im anschließenden "guten Stübchen" hinter der Schiebetür mit den gemütlichen Leder-Clubsesseln  in der Plausch-Ecke hat die Zeit inne gehalten. Und das, obwohl fünf Bahnhofs-Uhren über dem schwarzen Tresen die  aktuelle Stunde anzeigen. Die von San Francisco oder Hongkong ebenso wie die von Daarle, wie die St. Arnualer Saarbrückens dörflichen Stadtteil liebevoll nennen. 

Wintergarten und Felsen-Terrassen

Hinzugekommen ist im Laufe der Jahre im Canapé natürlich Einiges. Ein hübscher Wintergarten mit viel Grün, großen Terracotta-Amphoren, historischen Werbeplakaten aus einer weiteren Sammlung des Chefs sowie lässigen Rattan-Stühlen im hinteren Teil des Hauses.  Am roten Sandstein-Felsen des Wackenbergs, an dessen Fuß sich das Canapé schmiegt, wurden drei Terrassen-Ebenen erschlossen. Gärten, in denen das Grün von oben herabhängt und die Vögel zwitschern. Erfrischende Freiräume, besonders an heißen Sommertagen. Diese Oasen am Berg haben inzwischen auch schon Tradition. Werden jedoch immer wieder dezent aufgefrischt. Mit eleganten Rattan-Möbeln oder neuen Tisch-Dekos.

Die Daarler Wies und die gute Seele der Küche

Klaus Regitz gehörte zu den Ersten, die in den 80er Jahren in seinem Canapé mit Tellergerichten ein neues Servier-Konzept einführten. Dazu gehörten marktfrische, regionale Produkte. Die "Daarler Wies", eine Mischung von Blatt- und Rohkost-Salaten mit Joghurt-Dressing, "abgeschmelzt mit Speck-Griebscher" ist auch heute noch ein Hit. Ebenso wie der Rindfleischsalat mit Bratkartoffeln.


Die saarländischen Spezialitäten sind hier von garantiert gleichbleibender Qualität. Dafür sorgt Elisabeth, die Seele der Küche. Sie ist die Mutter von Klaus Regitz und von Anfang an dabei. Mit heute 82 Jahren steht sie noch immer regelmäßig mit Begeisterung am Canapé-Herd. Kein Schneebällje zur Rindsroulade, das ohne ihren kritischen Blick die Küche verlässt. Und ihre Kuchen sind einfach köstlich.


Internationale Geschmacks-Tupfer und vergessene Gemüse

Das Grund-Konzept einer deutsch-französischen Grenzlandküche mit mediterranen Tupfern hat sich im Canapé bewährt. Daran will Klaus Regitz nicht rütteln. Sein französischer Koch Dominique Evers sorgt dafür, dass alle Grenz-Klassiker wie Choucroûte oder Baeckeoffe aus dem Elsass perfekt auf den Tisch kommen. Mario Hagen und Oliver Krämer, die beiden Jüngeren im Küchen-Team, experimentieren hingegen gerne etwas mit ausgefallenen Akzenten. So gibt es als Beilage zu den üppigen Salat-Tellern statt Scampis mal panierte Lammkoteletts. Oder Lammfrikadellen, gefüllt mit Schafskäse. Die beiden haben in viele internationale Kochtöpfe geschaut. Das fließt in die alle zwei Monate wechselnde Speisekarte ein. Da kann dann schon mal ein "Blackened Cajun-Chicken" drauf stehen, scharf angebratene und dann sanft gegarte Hühnerbrust aus der amerikanischen Südstaaten-Küche.

Die typischen, pikanten Gewürzmischungen werden im Canapé frisch zusammengestellt. Klaus Regitz selbst bleibt bei seinen Küchen-Beiträgen eher bodenständig. Zuletzt hat er seine Liebe zu vergessenen Gemüse neu entdeckt. Zu Schwarzwurzeln - in weißer Soße mit paniertem Schweinekotelett und Salzkartoffeln. Oder zu Steckrüben, zur Roten Bete, zum Kopfsalat.


Sparprogramm fürs Mittagessen

Das Canapé bietet seinen Gästen täglich auch ein kleines Mittagsmenü an. Blattsalate und Cruditées oder kleines Süppchen vornweg. Heute Paella, morgen Gefillde danach. Anerkennendes Kompliment eines Stammgast-Paares: "So ausgewogen, so abwechslungsreich und zu dem Preis, so schaffen wir dieses Essen zu Hause nicht. Deshalb sparen wir uns unter der Woche mittags das Kochen und gehen ins Canapé."

Kommentar posten