Monatliche Archive: Mai 2010

Tante Maja

Junges Team im ältesten Haus am St. Johanner Markt

Das Porträt-Foto ist schon etwas verblasst. Doch vom weiß getünchten Mauervorsprung neben der steilen, soliden Holztreppe, die vom Bar-Raum zum Restaurant-Zimmer in der ersten Etage führt, hat Marie-Luise Weisenseel, geborene Menges, auch heute noch den besten Blick über jenes Etablissement, das noch heute ihren Namen trägt. Tante Maja, 1905 in Metz geboren und 1976 in Saarbrücken gestorben, hat es wirklich gegeben.

Szene-Kneipe im denkmalgeschützten Eckhaus

"Bistro, Cocktailbar, Restaurant, Markt-Terrasse - das sind wir alles", beschreibt Ionela Catalina da Palma die Tante Maja. Seit drei Jahren führt die gebürtige Rumänin Regie im denkmalgeschützten Eckhaus am St. Johanner Markt in Saarbrücken. Und sie weiß ganz genau, worauf es in dieser Szene-Kneipe ankommt. Schließlich hat sie hier zuvor schon zehn Jahre lang die Gäste bedient.

"Die Tante Maja ist schon lange ein Unikum in Saarbrücken", sagt Ionela da Palma. Deshalb hat sie am Konzept nichts verändert. Nur verbessert. "Wir sind heute ein gut gelauntes junges Team, das immer Spaß an der Arbeit hat. Unser Essen ist fein und kommt immer superschnell auf den Tisch."

Mitten im Markt-Trubel

Wann immer die Sonne scheint - von den ersten Frühlings- bis zu den letzten Herbsttagen - sind die Plätze auf den Korbstühlen rund ums denkmalgeschützte Eckhaus heiß begehrt: Man sitzt unmittelbar im Markt-Geschehen.

Doch auch die historischen Räumlichkeiten unter dem tief gezogenen Dach sind erlebenswert. Mit einem Crémant-Apérol im Gedränge zwischen dunklem Holz-Tresen und Stehtischen unter der Balkendecke im Erdgeschoss. Oder beim Braumeisterschnitzel mit Bierkruste im niedrigen Restaurant-Zimmerchen in der ersten Etage.

Frühstück von S bis XXL und durchgehend warme Küche

Ab neun Uhr wird in der Tante Maja gefrühstückt. Die Karte bietet eine große Auswahl. Von der einfachen Bouillon mit Ei bis zum Bauern-Omelette XXL, vom Toast mit Garnelen bis zum Fleischkäse mit Spiegelei.

Um 12 Uhr öffnet die Küche und serviert bis spätabends 22.45 Uhr durchgehend warme Gerichte. Auch sonntags. Das Garnelentöpfchen mit provencalischer Soße oder die Bouillabaisse mit Käse-Croûtons und Rouille sind neben Salaten mit Schafskäse, Fisch oder Fleisch die Renner auf der Speisekarte.

Das Angebot der zusätzlichen Tageskarte richtet sich nach den Jahreszeiten. Im Sommer gibt's Schnittlauch-Eier-Salat oder Salat mit Hühnerfleisch und viel Obst wie Papaya, Melone und Erdbeeren. Im Winter wird's deftig mit saarländischem Dibbelabbes und Gänsekeule.

Kaffee-Spezialitäten und spritzige Mix-Getränke

Gängige Volle-Bohne-Kaffees nebst Spezialitäten, die mit Grappa, Amaretto oder Haselnuss verfeinert werden, eröffnen die umfangreiche Getränke-Karte. 26 Seiten ist sie dick. "Etwas für jeden Geschmack", so Ionela da Palma, ist im Angebot von Fass- und Flaschen-Bier sowie Wein dabei. Immer begehrter werden die alkoholfreien Drinks und Shakes. Doch die klassischen Cocktails und spritzige Mix-Getränke haben ihren breiten Platz behauptet. Pretty Woman, ein Crémant mit Erdbeer-Geschmack, ist bei den Tante-Maja-Gästen sehr beliebt. Und Nachtschwärmer-Grüppchen gönnen sich hin und wieder noch eine Runde Champagner Veuve Cliquot für 65 Euro.

Spezial-Tage mit Einheitspreis

Montags, da ist in der Tante Maja Schnitzeltag. Da sind die Preisunterschiede für die insgesamt zwölf Schnitzel-Variationen aufgehoben. Montags kostet jedes Schnitzel nur 7.50 Euro. Ob mit Rahmsoße oder mit Spiegelei obendrauf. Dasselbe Einheitspreis-Prinzip gilt für den Pasta-Tag am Mittwoch und den Steak-Tag am Donnerstag.

Klosterschänke Marpingen

 
Gemütlicher Stopp nicht nur für Pilger

"Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt." Dies ist einer der handgeschriebenen Sinnsprüche, die Ruth Recktenwald-Maric zu originellen Wandbildern für den Gastraum in der Klosterschänke komponiert hat. "Da haben die Gäste gleich was, worüber sie reden können."

Das in kräftigem, warmem Orange gestrichene Haus liegt ein bisschen versteckt in einer kleinen, erhabenen Straßenschleife links neben dem Weg, den alle Besucher der Marienverehrungsstätte im Härtelwald nehmen müssen. Es ist das ehemalige Wirtschaftsgebäude eines Klosters, das heute jedoch nicht mehr existiert. Seit mehr als 100 Jahren werden hier Gäste bewirtet. Ruth und Toni Maric tun dies seit 1987.

Spezialitäten aus der jugoslawischen Heimat

Ein großer Tresen aus heller Eiche mit soliden Bar-Hockern beherrscht den Eingangsbereich. Hier kann man gerne auch mal nur auf ein gepflegtes Bierchen vorbeischauen. Die rot-goldene Keramik-Zapfanlage aus den frühen 80er Jahren bietet zur Auswahl: Karlsberg Urpils, Paulaner Weizen oder Bitburger Pils.

Ein dekoratives Küchen-Buffet aus dunklem Holz betont den Durchgang zum gemütlichen Gastraum. In seinen Regalen haben neben Whisky und Williams Birne auch jugoslawische Brände wie der Pflaumenschnaps Slivowitz oder Julischka, eine Mischung aus Birnenlikör und Slivowitz, einen festen Platz gefunden.

Sie sind ein erster Hinweis darauf, dass Ruth und Toni Maric in ihrer Klosterschänke neben Gerichten aus der internationalen und regionalen Küche auch jugoslawische Spezialitäten aus Tonis Heimat Montenegro anbieten.

Skadarlija zum Beispiel, ein mit pikantem Käse gefülltes Schweinefilet. Oder Muckalica, dünne Schweinefleischscheiben mit deftiger Paprika-Zwiebel-Soße.

Dazu passt als Wein der Plavac, ein Roter aus Kroatien. Doch die Weinkarte der Klosterschänke ist eher deutsch orientiert.

Letzter Neuzugang: Ein Grauburgunder vom Weingut Schmitt in Obermoschel an der Nahe.
   
   
Kräuter von der Terrasse für die Diätküche

Bunte Sommerblumen im Steintrog, rosa Rosenbüsche zu Füßen der beiden Ahornbäume, die die Terrasse vor dem Haus beschatten - Ruth Maric sorgt liebevoll fürs hübsche Grün rund um die Klosterschänke. Darunter mischen sich Zitronenthymian und Basilikum in Terracotta-Töpfen sowie weitere frische Kräuter für die saisonbetonte Speisekarte der Klosterschänke.

Ruth Maric hat Alexander Berschneider für ihre Küche engagiert. Er ist Diätkoch und bereitet seine Gerichte - auch die jugoslawischen - möglichst Gluten-frei zu. Wer eine Lebensmittel-Unverträglichkeit hat, wird hier problemlos und ganz individuell bedient.


Partyservice und Festsaal

"Von der Frikadelle bis zum Hummer - Feiern ohne Kummer." Nach diesem Motto handelt der Party-Service der Klosterschänke. Für die Auswärts-Buffets werden auch immer gerne Gerichte aus der jugoslawischen Küche bestellt. "Das ist ein bisschen mal was anderes", sagt Ruth Maric.

Bis zu 100 Personen kann die Klosterschänke selbst bewirten, in einem Festsaal in der ersten Etage. Der schwarze, spiegelverglaste Tresen, die weiße Kastendecke, die beiden, mit marmoriertem italienischem Glas verkleideten Säulen, die schwarze Bestuhlung geben dem hohen Raum schlichte Eleganz. Farbtupfer setzten die Stoffblumen, die sich an Gardinen vor den Wänden und den hohen Kastenfenstern hochranken. Oder die auf Wunsch rot eingedeckten Tische. Das Buffet wird in einem Nebenraum angerichtet. Die Schiebetür wird geöffnet, wenn es bereit ist. "Eine geschlossene, größere Gesellschaft kann auch gerne den Gastraum mit dazu nehmen, so dass auf zwei Etagen gefeiert werden kann", bietet Ruth Maric an.

Wer die Dekoration von Saal und Tischen und hinterher das Aufräumen selbst übernehmen möchte, kann den Festsaal auch ohne diese Dienstleistungen mieten. Das Essen liefert die Küche der Klosterschänke, die Getränke gibt's zum Einkaufspreis.

Landhaus Roth

Spezialitäten werden im Schlafzimmer serviert

"Wir möchten für heute Abend, 19 Uhr, gerne das Bett reservieren. Dazu zweimal Rumpsteak mit Röstzwiebeln und zweimal Rehrücken mit Pfifferlingen." Andere Gäste sichern sich lieber die Bank im Wäsche-Schrank, um mit Freunden am alten Bauerntisch Putenschnitzel im Knuspermantel zu genießen.
Welches Restaurant, bitte schön, kann auf solche Anfragen antworten: "Ist notiert, geht in Ordnung." Das Landhaus Roth in Homburg-Erbach kann: Das begehrte kleine Schlaf-Ess-Zimmer mit dem Charme der Gründerzeit ist das originelle i-Tüpfelchen im großen Gastraum.
 
Die Naturholz-Möbel hat Inhaberin Marie-Luise Roth nach ihren Ideen anfertigen lassen. Zutaten wie das Bild der Heiligen Familie über dem Ess-Bett oder den gestickten Sinnspruch im Spind fand sie in Antiquitätenläden oder auf Flohmärkten. Die gefüllten Einmachgläser auf dem Ess-Schrank spendierte die Familie, die historischen Familienbilder eine Freundin. Für Marie-Luise Roth ist dieses urgemütliche Zimmerchen gleich im Eingangsbereich ein augenzwinkernder Hinweis darauf, dass zu ihrem Landhaus auch ein Hotel mit über 40 Gastzimmern gehört.

Pannekuche aus der herzhafd Kisch un fir Naschkatze

Es waren nette Abende in holländischen Pfannkuchenhäusern, die Marie-Luise Roth zum i-Tüpfelchen auf der Speisekarte inspirierten. Zusätzlich zu den bewährten und beliebten gutbürgerlichen Speisen entwickelte sie ein breit gefächertes Angebot dieser Spezialitäten.

Insgesamt 25 Pannekuche-Variationen stehen heute auf der Standard-Karte.
Und schon das Lesen ist ein Genuss: Die Gerichte sind in saarländischer Mundart beschrieben. Da gibt's zum Anfang Schmagges, Rinderkraftsupp mit Gemies un Pannekuchestreife. Die herzhafd Kisch lockt mit Lyoner- und Gyros-Pannekuche.

Abellpannekuche mit Zimmed un Zugger sind etwas fir Naschkatze, Neescherkisjer-Pannekuche (gefild mit veloffene Moorekäpp) etwas fir unsere kleene Schätzjer.
Für Nicht-Saarländer ist das Angebot auf den letzten Seiten der Speisekarte ins Hochdeutsche übersetzt.

"Die Pfannkuchen sind etwas für junge Familien, auch vom Preis her", erklärt Marie-Luise Roth ihr inzwischen bestens akzeptiertes Konzept.
Kinder sind hier immer willkommen, dürfen sich aus der Spielzeugvitrine mit Puzzle und Kuscheltier versorgen. Es gibt auch eine extra Spielecke, "damit die Eltern mal in Ruhe essen können".

Auch für Senioren ist bestens gesorgt. Fir die Rentnergäng gibt es von allen Gerichten auf der Speisekarte kleine Portionen zum reduzierten Preis.

Moderner Landhaus-Stil im Traditionshaus

Marie-Luise Roth hat das Landhaus 2002 in vierter Generation übernommen. Und das Traditionshaus inzwischen mit vielen pfiffigen Ideen verjüngt. Schwarze Metall-Stühle mit hellbeigen Velours-Polstern geben dem Gastraum das Ambiente eines modernen Landhauses. Betont wird es auch durch die dunklen Holz-Streben und die bordeauxrot gestrichenen Säulen und Durchgänge. In den großen Fenstern leuchten abends Windlichter in Form von riesigen Weingläsern.

Die Roten, Rosées und Weißen, die die Gäste im Landhaus Roth trinken können, findet man nicht wie üblich in einer Weinkarte. Im Landhaus Roth sind sie auf dem Etikett einer Magnum-Bordeaux-Flasche ausgewiesen. Mit Sand gefüllt und versiegelt ist diese Weinkarten-Flasche dekorativer Hingucker auf jedem Tisch.

Hingucker gibt es auch an den weißen Rauputz-Wänden. Der Niederwürzbacher Galerist Eric Pacalis stellt hier immer wieder neue Bilder aus. Man kann sie kaufen. Der Preis steht daneben.

Partyservice: Suppe und Salat-Buffet gratis

Das Landhaus Roth hilft auch gerne, Festlichkeiten zu Hause oder in Firmen zu gestalten. Gratis zu der aus einer Liste zusammengestellten Speisefolge gibt es dann immer eine Lauchcreme- oder Rindfleischsuppe mit Markklößchen sowie das Salat-Buffet.

Canapé - St. Arnual

Wo sich nichts ändert, und trotzdem
alles immer wieder anders ist


Vor rund einem viertel Jahrhundert hängte Klaus Regitz die nostalgischen Schwarz-Weiß-Bilder früher Hollywood-Größen im Gastraum seines Restaurants Canapé  auf. Und heute noch lächeln Doris Day und Kirk Douglas, Audrey Hepburn und Humphrey Bogart epburn und Humphrey BogardH den Gästen im typischen Rot-Schwarz-Ambiente eines französischen Bistros zu.

Auch im anschließenden "guten Stübchen" hinter der Schiebetür mit den gemütlichen Leder-Clubsesseln  in der Plausch-Ecke hat die Zeit inne gehalten. Und das, obwohl fünf Bahnhofs-Uhren über dem schwarzen Tresen die  aktuelle Stunde anzeigen. Die von San Francisco oder Hongkong ebenso wie die von Daarle, wie die St. Arnualer Saarbrückens dörflichen Stadtteil liebevoll nennen. 

Wintergarten und Felsen-Terrassen

Hinzugekommen ist im Laufe der Jahre im Canapé natürlich Einiges. Ein hübscher Wintergarten mit viel Grün, großen Terracotta-Amphoren, historischen Werbeplakaten aus einer weiteren Sammlung des Chefs sowie lässigen Rattan-Stühlen im hinteren Teil des Hauses.  Am roten Sandstein-Felsen des Wackenbergs, an dessen Fuß sich das Canapé schmiegt, wurden drei Terrassen-Ebenen erschlossen. Gärten, in denen das Grün von oben herabhängt und die Vögel zwitschern. Erfrischende Freiräume, besonders an heißen Sommertagen. Diese Oasen am Berg haben inzwischen auch schon Tradition. Werden jedoch immer wieder dezent aufgefrischt. Mit eleganten Rattan-Möbeln oder neuen Tisch-Dekos.

Die Daarler Wies und die gute Seele der Küche

Klaus Regitz gehörte zu den Ersten, die in den 80er Jahren in seinem Canapé mit Tellergerichten ein neues Servier-Konzept einführten. Dazu gehörten marktfrische, regionale Produkte. Die "Daarler Wies", eine Mischung von Blatt- und Rohkost-Salaten mit Joghurt-Dressing, "abgeschmelzt mit Speck-Griebscher" ist auch heute noch ein Hit. Ebenso wie der Rindfleischsalat mit Bratkartoffeln.


Die saarländischen Spezialitäten sind hier von garantiert gleichbleibender Qualität. Dafür sorgt Elisabeth, die Seele der Küche. Sie ist die Mutter von Klaus Regitz und von Anfang an dabei. Mit heute 82 Jahren steht sie noch immer regelmäßig mit Begeisterung am Canapé-Herd. Kein Schneebällje zur Rindsroulade, das ohne ihren kritischen Blick die Küche verlässt. Und ihre Kuchen sind einfach köstlich.


Internationale Geschmacks-Tupfer und vergessene Gemüse

Das Grund-Konzept einer deutsch-französischen Grenzlandküche mit mediterranen Tupfern hat sich im Canapé bewährt. Daran will Klaus Regitz nicht rütteln. Sein französischer Koch Dominique Evers sorgt dafür, dass alle Grenz-Klassiker wie Choucroûte oder Baeckeoffe aus dem Elsass perfekt auf den Tisch kommen. Mario Hagen und Oliver Krämer, die beiden Jüngeren im Küchen-Team, experimentieren hingegen gerne etwas mit ausgefallenen Akzenten. So gibt es als Beilage zu den üppigen Salat-Tellern statt Scampis mal panierte Lammkoteletts. Oder Lammfrikadellen, gefüllt mit Schafskäse. Die beiden haben in viele internationale Kochtöpfe geschaut. Das fließt in die alle zwei Monate wechselnde Speisekarte ein. Da kann dann schon mal ein "Blackened Cajun-Chicken" drauf stehen, scharf angebratene und dann sanft gegarte Hühnerbrust aus der amerikanischen Südstaaten-Küche.

Die typischen, pikanten Gewürzmischungen werden im Canapé frisch zusammengestellt. Klaus Regitz selbst bleibt bei seinen Küchen-Beiträgen eher bodenständig. Zuletzt hat er seine Liebe zu vergessenen Gemüse neu entdeckt. Zu Schwarzwurzeln - in weißer Soße mit paniertem Schweinekotelett und Salzkartoffeln. Oder zu Steckrüben, zur Roten Bete, zum Kopfsalat.


Sparprogramm fürs Mittagessen

Das Canapé bietet seinen Gästen täglich auch ein kleines Mittagsmenü an. Blattsalate und Cruditées oder kleines Süppchen vornweg. Heute Paella, morgen Gefillde danach. Anerkennendes Kompliment eines Stammgast-Paares: "So ausgewogen, so abwechslungsreich und zu dem Preis, so schaffen wir dieses Essen zu Hause nicht. Deshalb sparen wir uns unter der Woche mittags das Kochen und gehen ins Canapé."

Kastell Teufelsburg

Rittermahl am Rande des Zauberwalds

Der Junker-Topf, ein pikantes Fleisch-Ragout raffiniert serviert, ist eines der originellen Gerichte auf der Speisekarte des Restaurants Kastell Teufelsburg. Das hell getünchte Haus mit den ockerfarben umrahmten hohen Fenstern kann in der Tat weit in die Geschichte der Region zurückblicken. Seine Entstehung jedenfalls führt zurück ins frühe 17. Jahrhundert. Erzählungen zufolge stand an dieser Stelle einst das Torhaus der benachbarten Teufelsburg, ein heute gern besuchtes Ausflugsziel.

Raum-Akzente und Gerichte aus alter Zeit

Helene Vogt, Inhaberin des Kastells Teufelsburg, ist auch Innenarchitektin. So gibt es im leicht und modern gestalteten Gastraum mit der freigelegten soliden Sandsteinmauer hübsche und dezente Details, die an jene alten Zeiten erinnern. Die geschmiedeten Wandleuchten sehen aus wie Fackeln, die Tischläufer auf den blanken schwarzen Tischen sind aus bordeauxrotem Samt, und je nach Jahreszeit duftet es aus den Tisch-Gestecken nach Lavendel oder Salbei.

Schnörkellos historisch wirkt auch das Ritterzimmer, das sich nahtlos in den Gastraum eingliedert: Lange, große Tische und durchgehende Bänke. Doch zum Haus-Event, dem Rittermahl - oder wann immer sonst etwas gefeiert wird - biegen sich diese schweren Tische beim Gelage. Ein unvergeßliches Erlebnis mit mittelalterlich anmutenden Speisen und Getränken . Begleitet wird das Mahl mit kurzweiliger stilechter Unterhaltung.

 

Dem Nachbarn Frankreich in die Töpfe geschaut 

Im Alltag auf Kastell Teufelsburg sind die leichten Gerichte aus der Sammlung der leidenschaftlichen Köchin jedoch eher von der französischen Küche inspiriert. Schließlich ist man hier in Überherrn-Oberfelsberg unmittelbarer Nachbar. Zum klassischen Flammekuche aus dem Elsass gibt es Weine aus dem Languedoc und dem Bordelais. Aus der Pracht des hauseigenen Kräutergartens stammen die Kräutlein für die auch im Repertoire befindlichen vegetarischen Gerichte oder die Kapuzinerkressen-Blüten für den Sommer-Salat. 

Ein schönes altes Treppenhaus mit solidem Holzgeländer führt vom Gastraum hinauf in einen Festsaal, in dem schon in den " wilden 20ern " getanzt wurde. Und wie damals kann dort auch heute bald wieder gefeiert werden. Unter dem hohen, imposanten Gebälk mit den gedrechselten Balkenköpfen. Von den großen Fenstern aus hat man einen grandiosen Ausblick über das Saarlouiser Becken. "Bei klarem Wetter bis hin zum Schaumberg", sagt die Betreiberin.
Wander-Pause im kleinen Bierhof

Unter dem Wasserfall grüner Weinreben wird dann eine Stiege vom Festsaal hinunter in einen Bier-Hof hinter dem Kastell führen. Hier können Teufelsburg-Ausflügler starten oder einen Schluss-Punkt setzen. Denn gleich am hauseigenen Parkplatz hinter dem alten Ziegenstall beginnt der Fußweg zur Ruine. 900 Meter sind's von hier aus und es geht vorbei an einem verwunschenen Steinbruch und Fledermaus-Höhlen. " Ein echter Zauberwald", sagen Helene´s Kinder.

Mitbringsel aus Kastell-Küche und Garten

Beim Abschied von Kastell Teufelsburg sollten Gäste noch kurz am schmiedeeisernen Regal gleich neben dem schwarzen Tresen verweilen. Dort können sie die liebevoll dekorierten Präsente erwerben: Duftsträuße der Saison, Küchenkräuter-Bündel, Lavendelzucker und -Kekse, Marmeladen und Chutneys,selbst angesetzte Obst-Liköre und Essige. Mitbringsel oder Erinnerungsstücke, die zum Wiederkommen einladen.

Bistro Schmitteinander

Die Farbe Lila und ein idyllischer Biergarten

Das junge Outfit des Gastraumes von "Schmitteinander" im rund 100 Jahre alten Bürgerhaus bezauberte Dirk Hammer sofort. Die Farbe Lila an Decke und Wänden in Kombination mit den schwarz gestrichenen Holz-Paneelen. Die großen Ornament-Bilder in diesen Farben auf der weißen Rauputz-Wand. Die schwarzen Leder- Stühle. Partnerin Elke Johrend sieht gleich lila Servietten als harmonische Farbtupfer auf jedem der quadratischen schwarzen Holztische, die man leicht zu immer neuen Gruppen kombinieren kann.

Caipi 28, der rosa Eyecatcher

Renoviert haben die beiden dann aber schon noch. Vor allem den Bar-Raum rund um den schwarzen Tresen. Indirekter Lichtwechsel von Blau-lila-orange verwandelt ihn in eine wunderbare moderne Chill-out-Lounge. Die Stufe zum schwarzen Podest mit den niedrigen Tischen und dem Sofa zum Hinein-Sinken wiederholt das Lichtspiel. Eine Umgebung, wie geschaffen für den Haus-Cocktail  "Caipi 28". Der beliebte Klassiker wird im Schmitteinander mit dem Trend- Energie-Saft aus der "Schwarzen Dose" aufgegossen. "Leuchtend Pink und mit schwarzen Strohhalm serviert ist er ein echter Eyecatcher", freut sich Elke.

 

Sommer-Lounge im idyllischen Biergarten

Die meiste Kraft kostete die beiden jedoch die Renovierung des großen verwunschenen Biergartens hinter dem Schmitteinander in einer kleinen Seitenstraße mitten in St. Ingberts Fußgängerzone. Zwischen den Zweigen alter Ahorn-Bäume blitzen die Türme der Engelberts- wie der Josefs-Kirche auf. Rund 100 Gäste können hier in der warmen Jahreszeit umrahmt vom satten Grün alter Lebensbäume die leichten klassischen Gerichte von Dirk Hammers Sommerküche genießen. Salate mit Kräutern, die er kurz zuvor von seinem üppigen Kräuterbeet in dem alten Metall-Trog im Biergarten-Gelände gepflückt hat. Salate mit gebratenen Riesengarnelen, mariniert mit seinen Lieblingsgewürzen Chili und Knoblauch.



Sind die beiden großen Scheunen-Flügel ein paar Schritte neben dem Gasthaus-Eingang geöffnet, dann wird auch im Biergarten serviert. Ein roter Teppich leitet die Gäste durch das hohe Einfahrts-Gewölbe, im Winter ist hier der ideale Raucher-Treff. Hinter der kleinen überdachten Terrasse knirschen dann die Schritte auf dem rötlichen Split-Steinen des Gastgartens. An dessen Ende befindet sich die Sommer-Lounge des Hauses mit einer Gruppe von gemütlichen Strand-Sesseln. Elke freut sich darauf, dort Paul K. vorzustellen. Je nach Gusto die herbe, feurige oder fruchtige Variante des neuen Szene-Erfrischungs-Getränks. Bei leichtem Wind wispern die Silber-Blätter der himmelhohen Pappeln ihr Lied dazu.
Zum Nachtisch Kaiserschmarrn

Im Winter schreibt Dirk Hammer - er hat übrigens sein Handwerk in der Hostellerie Bacher gelernt - kleine, aber exklusive Gerichte auf seine Speisekarte. Beim Lammbraten mit Rosmarin-Kartoffeln kommt dabei das Lieblingskraut aus seinem Biergarten-Gärtlein zum Einsatz. Und zum Nachtisch ist vielleicht Kaiserschmarrn angesagt. Elke Johrend ist ebenfalls gelernte Köchin und hat dieses Rezept aus ihrer Heimatstadt Salzburg mitgebracht. Natürlich hat die Österreicherin auch den nationalen Tafelspitz drauf. Für die Saarländer allerdings, das weiß sie inzwischen, serviert sie ihn mit Sahnemeerrettich-Soße.



Das Bistro Maximilian am Maxplatz war die erste Station der beiden Gastronomen in St. Ingbert. Ehemalige Stammgäste konnten sie inzwischen auch wieder im Schmitteinander begrüßen. "Ich habe hier jetzt ein echtes Heimat-Gefühl", freut sich Elke Johrend.

Alter Bahnhof - Hanweiler

Alter Bahnhof Rilchingen-Hanweiler

Eine lebendige Station nicht nur für einen Bahn-Stopp

Stillgelegt! Nein, das gilt für dieses schöne alte Bahnhofsgebäude nicht. Zum einen hält dort noch immer ein Zug. Tagsüber alle halbe Stunde auf dem Gleis hinter dem schmucken Gebäude mit den Halbbogen-Fenstern. Es ist die junge S-Bahn zwischen Saarbrücken und Saargemünd.
Zum anderen hat ein Original-Hanweiler - gleichzeitig ein Hanweiler Origial - die Gastronomie übernommen. Einst, mit 18 Jahren, ist Serge Heblich in die große weite Welt gezogen. Seemann war er. Und danach jahrelang Bürger der wichtigsten französischen Hafenstadt Marseille. Jetzt ist er wieder zu Hause. Und hat sich gleich bei der ersten Idee für einen neuen Job - in seinen alten Heimatbahnhof verliebt. Mon Dieu, was hat er dort alles erlebt! Na, und daran erinnert er sich mit seinen Hanweiler Gästen natürlich gerne. Seine französischen Gäste amüsiert er mit seinem Marseiller Akzent.


Bar-Gespräch im alten Schalterraum

Der einstige Schalterraum des Alten Bahnhofs ist heute die Empfangs-Bar des Restaurants. Sie liegt zwischen zwei von Sandsteinen eingerahmten Bogentüren. Die eine führt zum Ort, die andere zum Gleis. Hinter zwei Bartischen erinnert eine geschwungene Holz-Bank an frühere Bahn-Zeiten. Hier trifft man sich zum Bierchen oder Pastis - und einem Gespräch mit Serge. Der Tresen, an dem der Patron agiert, ist Raumteiler zum Restaurant. Ein Vorteil, findet Serge. So kann er problemlos mit den Bar-Gästen weiter disputieren und sich gleichzeitig um die Getränke-Bedürfnisse seiner Restaurant-Gäste kümmern.

Die kleine Gastro-Galerie

Die entkernten roten Klinkerwände des hübschen Gastraums sind harmonischer Hintergrund für Sylvia Heblichs sonnenfarbene Acryl-Bilder. Es ist Serges Schwägerin, die hier ihre Werke zum Verkauf anbietet.

In diesem besonderen Ambiente einer kleinen Gastro-Galerie überrascht Patron Serge seine Gäste täglich mit einem neuen Tages-Menü. Repas du jour mit Vorspeise (Salat- oder kleiner Wurst-Teller), Hauptspeise (könnte sein: gekochtes Rindfleisch mit Meerrettich-Soße), Dessert oder einem kleinen Käse-Teller - plus einem Espresso. Die bewusst kleine Abend-Karte orientiert sich an der saarländisch-lothringischen Grenzsituation: deutsches Schnitzel, französisches Beefsteak.

Marseiller Bouillabaisse und bretonische Crêpes

Manchmal jedoch zeigt die Küche auch, wo Serge seine Lebens-Zwischenstation verbrachte: Dann gibt's im Alten Bahnhof von Hanweiler Bouillabaisse wie in Marseille. Partnerin Silvie trägt für einen weiteren kulinarischen Themenabend bei. Sie stammt aus der Bretagne und bietet den Bahnhofs-Gästen salzige und süße Crêpes an. Die Dekoration stammt dann aus ihrem Familien-Schatz: unter anderem eine Coiffe, eine Klöppelspitzen-verzierte Haube der Frauentracht.

Boule-Bahn mit Grill-Station

Bevor Serge Heblich Hanweiler verließ, gründete er mit Bruder und Onkel den örtlichen Pétanque-Club, der heute übrigens Landesliga spielt. So ist es ihm eine besondere Freude, dass der Alte Bahnhof inzwischen auch Vereinshaus des immer noch existierenden Boule-Clubs ist. In einem kleinen, zum Gastraum offenen Zimmer präsentieren sich die Vereins-Pokale in einem eigenen Regal. Vor dem Bahnhof gibt es eine neue Pétanque-Bahn und eine feste Grillstation. So kann bei gutem Wetter das Schweinchen gejagt werden und dazu gudd gess genn. Und das gilt nicht nur für Vereins-Mitglieder.
Für Serge Heblich ist dies ein erster Schritt zu dem, was eines seiner Herzensanliegen im Alten Bahnhof ist. Er möchte hier mit seinen Hanweilern über Dorf-Traditionen wie Kirwe-Buuwe reden, die er gerne wieder ins Leben zurück rufen würde. Auf dieser Basis sollen hier Ideen geboren werden, die der Gemeinschaft dienen.

Kleiner Italiener

Gasthus Sauer in Sulzbach-Neuweiler

Der kleine Italiener mit großen Ideen

Rosa und Salvatore RizzutoNatürlich kommen die Gäste hierher, weil ihnen das Essen gut schmeckt. Doch der kleine Kick drüber, das i-Tüpfelchen mehr, der Grund weshalb sie noch lieber ins Gasthaus Sauer gehen, ist die ungezwungene Atmosphäre. Und wenn Salvatore mit seiner Küche fertig ist, beweist er, dass er nicht nur gut kochen, sondern auch Späßchen machen kann.

Deutscher Rinderbraten und italienische Pasta

Vor sechs Jahren haben Rosa und Salvatore Rizzuto - ihre Wurzeln liegen in Sizilien, seine in Kalabrien - das traditionsreiche Vereinslokal Gasthaus Sauer im Herzen von Sulzbach-Neuweiler übernommen. Und seither stehen neben dem gutbürgerlichen deutschen Rinderbraten auch italienische Pasta und Pizza auf der Speisekarte. "Rigatone Chef" mit Rinderstreifen, grünem Pfeffer, Champignons und brauner Soße gehören wie die Pizza mit Rinderstreifen zu Salvatores Küchen-Spezialitäten. Zu beiden Speise-Richtungen passt der Hauswein, ein Montepulciano d'Abruzzo.

Am  großen, raumbeherrschenden Tresen mit vielen funkelnden Gläsern und einer Galerie aller Karlsberg-Hansi-Gartenzwerge in den Barschränken, mixt Rosa gerne Begrüßungs-Cocktails. Und verziert sie üppig mit den Früchten der Jahreszeit. Stühle, Bänke, Barhocker im mit dunklem Holz getäfelten Gastraum sind mit dunkelgrünem Leder bezogen und formieren sich zu unterschiedlichen Tischgruppen. Eine davon ist freitags für den Dummschwätzer-Stammtisch reserviert. Klar, dass an diesem Abend im Lokal tolle Stimmung herrscht.

Madame, jetzt wird getanzt!

Etwas ruhiger geht es im stets offenen, sonnig eingedeckten Neben-Gastraum zu. Für größere Familien-, Firmen- oder Vereinsfeiern wird auch der zweite Nebenraum geöffnet. Rosa überlegt sich für solche Anlässe immer wieder neue individuelle Tischdekorationen. Und Salvatore ist in seinem Koch-Element. Sein kaltes Buffet mit italienischen Antipasti und mehr, sowie sein warmes Nudelbüffet mit 20 unterschiedlichen Pasta- wie Soßen-Sorten sprühen nicht nur vor Ideen:  Sie werden auch mit einem brillanten Tischfeuerwerk eröffnet. Und wenn danach in der Küche so gut wie alles erledigt ist, spielt Salvatore den Animateur. Mit "Madame, jetzt wird getanzt" eröffnet er viele beschwingte Abende. Doch auch im Alltag warten die Rizzutos mit immer neuen Angeboten auf.  Beim familien-freundlichen Nudelbuffet zum Beispiel zahlen Kinder bis sechs Jahre nichts, von sieben bis zwölf Jahren die Hälfte. Und in der warmen Jahreszeit öffnen sie vor dem Haus ihren kleinen, von vielen bunten Sommerblumen eingerahmten Biergarten. 

Rosa und Salva lächeln verschmitzt, wenn sie hören, dass man inzwischen zum "Kleinen Italiener im Gasthaus Sauer" geht. Ja, Salvatore hat nun mal kein Gardemaß. Aber Humor. Und beide wissen, dass dieser Slogan seinen Ursprung in einem ihrer beliebtesten Gerichte hat. Der Italienische Salat mit Schinken und Käse ist so üppig, dass vor allem weibliche Stammgäste oft nur einen "Kleinen Italiener" bestellen. . .

Woogbachtalstube

Die Woogbachtal-Stube in Ensheim

Biergarten im Sommer, Buller-Ofen im Winter


Das schmucke Holzhaus mit dem blumenbekränzten Balkon und dem tief gezogenen Dach schmiegt sich mit dem Rücken in ein kleines Wäldchen.

Die Fenster mit den properen, weißen Gardinen schauen nach Süden - weit in eine breite Schneise des Woogbach-Tals. Im Winter kräuselt sich weißer Rauch aus dem Schornstein: Das Buchenholz-Feuer im großen gusseisernen Buller-Ofen verbreitet in der sonnigen Gaststube mit den Holzpaneelen Wärme und Gemütlichkeit. Im Sommer, da sitzen die Gäste allerdings lieber draußen vor dem Gasthaus. Unter den blauen Sonnenschirmen im typischen Paulaner-Biergarten. Sie genießen den kühlenden Schatten der hohen Fichten und lauschen dem Murmeln des Bächleins, das munter talabwärts springt.

Marzipankuchen zu ausgesuchten Teesorten

Doris kümmert sich mit viel Umsicht um die Gäste. Nur früh morgens, bevor das Geschäft beginnt, dann ist auch sie in der Küche. Dort backt sie mit viel Begeisterung Kuchen und Torten. Ihr leckerer Marzipan-Kuchen passt nicht nur zu den Kaffee-Variationen aus der hochwertigen, neuen Maschine, sondern auch zum ausgesuchten Tee-Angebot. Sechs Sorten stehen auf der Standardkarte. Neben Schwarz- und Grün-Tee auch Früchtemischungen wie die erfrischenden "Sommerbeeren". Serviert wird mit genauer Beratung über die Weiterbehandlung bei Tisch.

Täglich frische Suppen vom Chef

Es ist solide, aber pfiffige Hausmannskost, die Olaf in seiner Küche zubereitet. Bei den Schlachtplatten gibt es eine warme Version zum Beispiel mit Wellfleisch, Leberknödel und Sauerkraut sowie eine kalte Version mit Blut- und Leberwurst sowie Schwatenmagen. Olafs besondere Küchen-Liebe aber gilt den täglich frischen Suppen. Pikante mit Cabanossi-Würsten, saarländische mit Sauerkraut- Einlage. Tagesangebote - das könnte ein selbst eingelegtes Schwenkstück für Erwachsene ebenso sein wie ein Ami-Schnitzel (mit Cornflakes paniert) für Kinder - stehen auf den Schiefertafeln im knorrigen Holzrahmen. Alle Zutaten bezieht Olaf von Metzgern, Bäckern und Obstbauern der Region.
Im Sommer werden firsche Salate serviert und je nach Jahreszeit auch mal eine saisonale Köstlichkeit wie z.B. Spargel.

Idyllische Rast auf dem Brunnen-Weg

Die Woogbachtalstube ist ein Ausflugslokal. Und genau das, was sich Doris und Olaf seit Jahren erträumt haben. Sie freuen sich auf die Menschen, die zu ihnen kommen. Auf die Spaziergänger, die über die kurzen Waldpfade von Fechingen oder St. Ingbert-Sengscheid zu ihnen finden. Auf die Wanderer zu den 13 Brunnen im Ensheimer Gelösch. Dieser Wanderweg beginnt an dem Markierungs-Stein kurz hinter dem Haus und Doris besitzt einen Strecken-Stempel für die Beleg-Karte. Beide freuen sich auch auf Wandervereine, die im Biergarten zur Gitarre ein fröhliches Lied anstimmen. Sie freuen sich auf die Radfahren und die Mountainbiker. Auch auf die Motorrad-Freaks. Die allerdings müssen wie die Autofahrer die einzige Zufahrtstraße hinter dem Ensheimer Flughafen nutzen. Natürlich ist dieser Weg im Winter geräumt.

Boxen-Stopp für Pferde

 
Doris und Olaf begrüßen auch gerne Familien. Die Sonntags-Ausflügler mit Großeltern und Kindern. Die Woogbachtalstube ist total ebenerdig, die Toiletten sind auch für ältere Menschen und Behinderte gut zu erreichen. Auf dem Weg dorthin werden alle eine Überraschung erleben. Der Flur ist eine Bilder-Galerie. Dort hängen die auf rechteckige Tortenspitzen gemalten Werke der Gastkinder. Überhaupt: Kinder sind in der Woogbachtalstube herzlich willkommen. Sie können sich auf dem großen Spielplatz austoben oder die beiden Haus-Ponys Filou und Mogli beobachten. Den lahmenden Mogli haben Doris und Olaf vor dem Schlachthof gerettet.
Apropos Pferde: Reiter merkt auf! Die Woogbachtalstube hat einen Extra-Parkplatz für Euch. Einen Balken, an dem Ihr Euer Pferd nach Westernart festbinden könnt. Ein Tränke-Eimer steht bereit.



Mattheiser Bistro

Mattheiser Bistro in Weiskirchen
 
Schnitzel-Variationen nach Großmutters Rezepten


Welch ein Willkommens-Gruß! Das Mattheiser Bistro befindet sich im "Haus des Gastes" der Gemeinde Weiskirchen. Die Info-Zentrale des Kurortes informiert dort Besucher über die gute Luft im Hochwald und die Sehenswürdigkeiten im Naturpark Saar. Im Mattheiser Bistro zu ebener Erde können sie anschließend beste regionale Küche genießen. "Ich habe viele Ideen von Großmutters Rezepten übernommen", sagt Jutta Albert. So gibt es zum klassischen Jägerschnitzel nicht nur Pilze, sondern auch Möhren und Erbsen. Nur die Soße bereitet sie als Kompromiss an die schlanke Linie ohne Sahne zu.
Schnitzel in zahlreichen Variationen sind im Mattheiser Bistro der Hit der Speisekarte. Alle panierten Fleischstücke gibt es im Übrigen außer im Normal-Format auch in kleiner Version. Schnitzel, Spießbraten und Hähnchen-Flügel sind auch die Standard-Gerichte neben aktuellen Überraschungs-Angeboten beim Mittwochabend- oder Sonntagmittags-Buffet. Diese Vorliebe zum Schnitzel hat seinen Grund: Das Ehepaar Jutta und Peter Albert bewirtschaftete lange Jahre das "Schnitzelhaus" im Ort. Der gleichnamige Toast (Schweinefilet mit Käse überbacken) zieht im Speise-Angebot alte Zeiten ins neue Ambiente mit rüber. Dort allerdings haben die beiden inzwischen einiges verändert.

Goldene Raubfische im eleganten Ambiente
Natürlich gibt es sie noch, die für ein Bistro typische lange Lederbank. Hier ist sie schwarz. Auch der Bistro-typische große Spiegel darüber ist noch da. Schwarz gerahmt. Wie die neuen großformatigen Fotografien von Weiskirchen und seiner schönen Umgebung. Doch die kleinen quadratischen Tische sind jetzt mit pfirsichfarbenem Linnen eingedeckt. Ein bisschen mehr Restaurant will man sein. Farbe und Leben bringen drei Aquarien ins elegante Schwarz-Weiß des Gastraums. Im größten Becken ziehen Raubfische ihre Bahnen: orangefarbene Barsche. In den beiden kleineren Becken tummeln sich munter bunte Zierfische durchs Unterwasser-Grün.

Glaswände trennen den modernen Tresen im Eingangsbereich vom Halb-Bogen des Restaurants. Dort auf den Barhockern, können Gäste klassische Cocktails wie Tequila Sunrise zum Apéritif genießen und schon mal die interessante internationale Weinkarte mit 120 Angeboten studieren.
Das Mattheiser Bistro befindet sich - wie erwähnt - im Haus des Gastes. Ein Glück. Denn so gibt es auch Tagungsräume. Insgesamt sechs. Familie Albert kann dort nach Absprache Hochzeits- oder Jubiläums-Gesellschaften bis zu 300 Personen bewirten.
 
Jazz unterm Platanen-Dach
An warmen Tagen vom Frühjahr bis Herbst gewinnt ein weiteres nettes Plätzchen des Mattheiser Bistros an Bedeutung. Die gepflasterte Terrasse ist Vorplatz der Kirche St. Jakobus der Ältere. Da stehen dann Korbstühle zwischen Buchsbäumen unter dem heranwachsenden natürlichen Blätterdach der Platanen. Einmal im Monat wird hier gejazzt, singt der Kirchenchor, spielt der Musikverein und vieles mehr. Doch wer auch nur einfach hier sitzt: Mit einem Schnitzel und einem Glas Haus-Wein, einem Grauburgunder von der Mosel, kann man sich gut aufgehoben fühlen.

Und dann flüstert ihm vielleicht der Geist der Geschichte Folgendes ins Ohr: Der Name Bistro Mattheis erinnert daran, dass der Ort Weiskirchen bis zum Jahr 1794 zum Kloster St. Matthias gehörte…